RUN & BIKE Club Schmalkalden e.V. 
Madonna del Ghisallo - Die Radtour 2015

Einmal sollte ein richtiger Radfahrer auch mal an der kleinen Kapelle oberhalb des Comer See fahren. Also brachen wir Ende August auf um diesen Ort zu besuchen. Wir starteten in Feldkirch/Österreich, bepackt mit Zelt und allem was man braucht um die Viertages-Tour zu bestehen. Der erste Tag führte uns auf dem Rheintal-Radweg durch Lichtenstein, später durch die Schweiz, an Chur und Thussis vorbei. Hier wartete der erste Höhepunkt des Tages: die Via Mala Schlucht. Auf der alten, stillgelegten Via Mala Sttraße fuhren wir durch die Schlucht. Deformierte Leitplanken zeugen hier von Steinschlägen vor denen auf Warnschildern gewarnt wird. Schon hinter der Via Mala stand fest das wir den Zeitplan des Tages nicht schaffen werden. Der entgegen der ersten Planung um 30km nach Norden verlegte Startpunkt und unsere insgesamt viereinhalb Stunden Pause forderten nun ihren Tribut. Diese Zeit fehlte nun um den Splügenpass noch in Angriff zu nehmen. Also fuhren wir noch bis nach Splügen um auf dem örtlichen Zeltplatz zu übernachten.
Der nächste Morgen empfing uns mit strahlendem Sonnenschein. Um 07:30 Uhr starteten wir, gestärkt mit einem Kaffee und Hörnchen, in Richtung Splügenpass. Um 09:00 Uhr waren wir auf der Passhöhe. Nach kurzer Rast mit Foto ging es weiter in Richtung Comer See. Nun wartete eine Abfahrt bis ins italienische Chiavenna. Mit jedem Meter abwärts wurde es wärmer. In Campodolcino nach der Hälfte der Abfahrt machten wir unsere Frühstückspause. In diesem Ort war auch unser geplanter Zeltplatz für die erste Nacht. Hier war auch der spektakuläe Teil der Abfahrt vorbei. Nach der Pause ging es weiter bergab. Um 13:00 Uhr waren wir am Lago di Mezolo vor dem Comer See. Danach ging es an den Comer See. Die Uferstraße war sehr verkehrsreich, jedoch hörten wir im Gegensatz zu deutschen Straßen keine Hupe! In Menagio angekommen fuhren wir mit der Fähre hinüber nach Bellagio. Jetzt begann die Rampe des Tages: Der Anstieg zur Madonna del Ghisallo. Stellenweise 15 Prozent Steigung forderten alle Kräfte. Immerhin wogen unsere Räder mit Gepäck 40 Kilogramm. Dann standen wir endlich am Ziel unserer Tour. Die Kapelle Madonna del Ghisallo beherbergt zahlreiche Original-Rennräder von Radprofis der vergangenen 100 Jahre. Räder von Fausto Coppi, Francesco Moser und vielen anderen sind ausgestellt. Auch viele andere Originalstücke welche von Radsportgrößen gestiftet wurden sind hier ausgestellt. Nach der Besichtigung der Kapelle ging es wieder hinab nach Bellagio und mit der Fähre auf die Ostseite des Comer See nach Varenna. In der ersten Pizzeria gab es jetzt endlich die verdiente Pizza. Die Zeit war auch schon fortgeschritten und so führen wir die letzten 25 km bis Colico im Dunkeln. Gut das wir gutes Licht am Rad hatten. Der Verkehr war auch kein Problem mehr. Nur einzelne Autos kamen noch entgegen. Leider hatten wir mit den Zeltplätzen in und um Colico kein Glück. Alle waren belegt und wollten uns auch für eine Nacht nicht aufnehmen. Also verbrachten wir die Nacht direkt am Ufer der Sees. Auf der Isomatte betrachteten wir den Volmond und schliefen ruhig ein.
Der dritte Morgen begann wie der Vortag. Keine Wolke am Himmel. Die Sonne war noch hinter den Berggipfeln. Um 7:00 Uhr starteten wir in Richtung Tirano und Bernina Pass. Ziel des Tages sollte der Zeltplatz in Samedan im Schweizer Engadin sein. Durch das Tal in Richtung Tirano führt ein neu angelegter Radweg. Dieser ist allerdings an manchen Stellen noch nicht fertig und so mussten wir zweimal umkehren. An einem Rastplatz direkt am Radweg frühstückten wir ausgiebig. Hier gab es einige Bänke, Schaukeln für Kinder und für uns wichtig: ein Wasseranschluss mit Trinkwasser zum Flasche auffülen und Geschirr abwaschen. In Sondrio gab es ein leckeres Mittagessen. Weiter ging es in Richtung Tirano. Dort wollten wir den Bernina Pass in Angriff nehmen. Leider kamen wir dort erst 17:30 Uhr an. Zu spät um noch einen 30 km langen Pass in Angriff zu nehmen. Die Pausen des Tages forderten wieder mal ihren Tribut. Glücklicherweise gibt es aber den Bernina-Express. Dieser fährt von Tirano in Richtung Schweiz. Nach kurzer Überlegung war die Fahrkarte gekauft und so waren wir um 19:00 Uhr am Bahnhof Hospiz Bernina auf dem Bernina Pass. Jetzt hatten wir nur noch die Abfahrt in Richtung St. Moritz vor uns. In Samedan auf dem Zeltplatz fanden wir Unterkunft für die Nacht.
Der letzte Tag startete wieder mit wolkenlosem Himmel. Um 07:00 Uhr ging es los nach La Punt. Hier began der erste Anstieg des Tages hinauf zum Albula-Pass. Nach dem "Bernina-Beschiss" des Vortages nahmen wir diesen Pass mit Muskelkraft. Um 09:00 Uhr waren wir an der Passhöhe. Oben gab es einen Kaffee, etwas später an einer gemütlichen Hütte an der Abfahrt dann ein ausgiebiges Frühstück. Danach gings weiter bergab. Vor Tiefencastel bogen wir rechts in Richtung Lenzerheide ab. Mittlerweile war es Mittag und die Sonne wurde immer heißer. In Lenzerheide am Seerestaurant gabs ein Bierchen zum Mittag. Essen war nicht drin - die Franken waren alle. Oder waren wir nicht bereit 55,- Franken für eine Forelle zu bezahlen? Jedenfalls ging es nach dem Mittagsbier weiter in Richtung Chur. Nach einem weiteren kurzen Anstieg ging es bis ins Rheintal nur noch bergab. Ab Chur war die Runde wieder geschlossen und der Rückweg bekannt. Bevor wir wieder am Auto in Feldkirch waren wollten wir unbedingt noch ein Bad im Rhein nehmen. Wir fanden eine geeignete Stelle in der Nähe der Lichtensteiner Grenze. Nach dieser Abkühlung fuhren wir weiter und waren um 17:00 Uhr am Auto.


Probepackung vor der Garage, dieses Exemplar wiegt mit Gepäck 40 kg

Heiko, Sven und Karsten vor dem Aufbruch

alte Via Mala-Straße

Via Mala

Via Mala

Via Mala
vor Splügen

diese Unterkunft in Splügen war uns doch zu luftig...

...und wir ziehen den Zeltplatz vor
Sven hat eine kleine Flasche Uso gefunden....

am zweiten Tag stand zuerst der Splügenpass an

die Zuschauer waren eher ruhig


Kehren im oberen Teil des Splügenpasses

Karsten hats geschafft
interessante Spiegelung am Lago di Montespluga

die Straße an der Südseite des Splügenpasses klebt förmlich am Hang



die Fähre am Comer See ist erreicht

Gegenverkehr

Sven schaut in Richtung Ziel
in Blickrichtung in den Bergen liegt die Kapelle Madonna del Ghisallo

das Ziel ist erreicht!

in der Kapelle Madonna del Ghisallo

das obligatorische Gruppenfoto

Denkmal an der Kapelle mit Blick auf den Comer See
das Ziel der Tour war schon auf das Rad gepinselt

Büsten der drei Gößen des italienischen Radsports: Bartali, Coppi, Binda
auf der Fähre von Biaggio nach Varenna

Blick auf Varenna

verdiente Ruhepause auf der Fähre nach Varenna

abendlicher Blick von der Fähre auf Varenna

Fährhafen in Varenna

verdiente Stärkung in Varenna

nach dem Essen ging bereits die Sonne unter

ein Schlafplatz ist gefunden...

das Bett ist gemacht

Traumhafte Ausblicke beim Einschlafen

noch vor Sonnenaufgang packen wir unsere Sachen


alles wieder gepackt, es kann weitergehen

Morgennebel vor der aufgehenden Sonne

diese Stimmung muss man aufsaugen


professioneller Rastplatz direkt am neuen Valtellina-Radweg

am Radweg in Richtung Sondrio

Mittagessen in der Altstadt von Sondrio

eine etwas unfreiwillige Bahnfahrt mit dem Bernina Express...

wird mit diesen Ausblicken...

zum unvergesslichem Erlebnis!

am höchsten Bahnhof Europas - Hospizio Bernina

am Bernina-Pass

Blick zum Morteratsch-Gletscher und Piz Bernina, östlichster Viertausender der Alpen

den Sprint gegen den Selbstauslöser hat Karsten gewonnen, hinten Piz Bernina

am Zeltplatz in Samedan angekommen war es bereits dunkel

nächtlicher Blick in Richtung st. Moritz. Jetzt auf einem der umliegenden Gipfel - das wären Bilder

morgendlicher Aufbruch um 6:30 Uhr, der Albula Pass steht auf dem Programm

La Punt im Tal liegt bereits deutlich unter uns

wir schrauben uns immer höher, die Rampen werden immer steiler

auf der Hälfte des Passes

nach der Bernina-Pleite haben wir es uns bewiesen - wir kommen auch ohne Bahn nach oben!

Sven und Karsten auf dem Albula-Pass
Passcigarello

unsere Maschinen!

etwas unterhalb der Passhöhe fanden wir dieses herrliche Plätzchen fürs Frühstück

Frühstück am Albula
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